Kilimanjaro News 12/011

von kilimanrudi am 28. Dezember 2011 um 19:18

Aktuell

Daressalam versinkt im Wasser

Chinesen planen Eisenbahn Tanga-Musoma-Kampala

Neue Anti-Korruptions-Weltrangliste: Tansania verbessert

Katholische Kirche fordert Verfassungsreform

Höchste Inflationsrate seit 15 Jahren

Ab Januar wird der Kilimanjaro-Airport renoviert

Neue Giftschlangenart entdeckt

Tansania enttäuscht beim Ostafrika-Cup

Mit Oman Air von Zürich nach Dar und Sansibar

Große Staatsfeier zum 50. Unabhängigkeitstag

Fremde Pflanzen bedrohen Tanganjikasee-Ökosystem

Selous: Mega-Staudammprojekt steht vor Entscheidung

African Barrick Gold plant Verdreifachung der Produktion

325.000 ha für Anbau von Genmais in Westtansania?

Neues Schiff und neue Häfen für Lake Nyasa

Lebenserwartung steigt auf 58,2 Jahre

Öl- und Gasbohrungen im gesamten Land geplant

Uranvorkommen im Selous größer als erwartet

 

Der aktuelle Wechselkurs

1 EUR = 2.048 TSH (25.12.2011)

 

TV – Tipp`s

Sonntag, 1.1.2012 (Neujahr)

6.10 Uhr SWR

Naturerbe Afrika

Eine Reise durch den Kontinent mit Dieter Moor. Thema u.a.: Tansania.

Mittwoch, 4.1.2012

14.55 Uhr ZDF neo (digital)

Menschenjäger: Das Rätsel der Killerlöwen

BBC-Dokumentarfilm von Tony Mulholland und Robert del Maestro.

1946 werden im tansanischen Njombe über 1000 Menschen durch Löwenrudel

getötet. Der Ranger George Rushby versucht, dem seltsamen Phänomen auf die

Spur zu kommen.

20.15 Uhr Servus TV NEU!

Terra Mater. Rift Valley: Paradies in Ostafrika

Sonntag, 8.1.2012

10.30 Uhr ZDF neo (digital)

Discovery Atlas: Ostafrikanischer Graben, Rift Valley

Dokumentarfilm, USA

Bildgewaltiger Film über die Entstehung des Rift Valley.

Montag, 9.1.2012

16.35 Uhr Arte TIPP!

Schwarze Magie und weiße Haut

Dokumentarfilm, Italien 2010

Film von Romano Montesarchio über das gefährliche Leben der Albinos in

Tansania – dargestellt am Beispiel der 20jährigen Arapha aus Daressalam.

Mittwoch, 18.1.2012

21.15 Uhr N24

Die Krokodile von Katuma

Dokumentarfilm über die Krokodile am Katuma River im sehr abseits gelegenen

und nur sehr selten besuchten Katavi Nationalpark ganz im Westen Tansanias.

 

Buch – Tipp:

Tansanische Feuchtgebiete

Meine Güte, was für ein Buch: 864 Seiten und doch nur der erste Teil einer Trilogie. Die weiteren Bände „Exil“ und „Revolution“ sollen dann 2012 folgen.

Der Autor Jakob Ejersbo, der viele Jahre selbst in Tansania gelebt hat, ist Träger des Dänischen Buchpreises und erhielt für seine Tansania-Trilogie den Großen Preis des Dänischen Rundfunks. Mit den drei Büchern stand er wochenlang auf Platz 1 der dänischen Bestsellerliste. Also endlich der anspruchsvolle, lang erwartete Roman, der sich einmal nicht mit der Kolonialgeschichte, sondern mit der Entwicklung des unabhängigen Tansania auseinandersetzt? Sozusagen der Roman zum 50. Unabhängigkeitstag des Landes?

Leider weit gefehlt! Zwar schildert der bereits 2008 im Alter von nur 40 Jahren verstorbene Autor ein ungeschminktes Tansania, ein Tansania voller Widersprüche,ein Tansania voller Armut, Korruption und seinen unendlich vielen Alltagsproblemen. Und auch wird jeder auf seine Kosten kommen, der schon immer der Meinung war, dass die skandinavische, insbesondere die dänische Entwicklungshilfe schon immer selbst ein Hort von Korruption, Menschenverachtung und Funktionalisierung tansanischer Menschen gewesen ist. Auch wer glauben will, dass das evangelische KCMC-Hospital in Moshi in den 80er Jahren nur dann schwarze Patienten behandelt hat, wenn sie das Bestechungsgeld gleich mitgebracht haben, liegt bei „Liberty“ absolut richtig.

Ein weiterer eurozentristischer Blick auf Schwarzafrika

Doch so richtig tief in die Dreckkiste hat der Autor erst bei den seitenlangen Schilderungen sexueller Beziehungen (mit zum Teil pornografischen Szenen) zwischen weißen Entwicklungshelfern und schwarzem Hauspersonal gegriffen. Von den 864 Seiten dürften sich wohl über 200 Seiten alleine diesem Thema widmen – und man kann eigentlich nur zu dem Ergebnis kommen, dass sich jeder skandinavische Entwicklungshelfer (und dessen Frau) von morgens bis abends nur mit der einen Frage beschäftigt, wie er den/die nächsten Tansanier/in flachlegen kann – vorausgesetzt, die hilfreichen Europäer sind überhaupt einmal nüchtern, weil sie den größten Teil ihrer gut bezahlten Tätigkeit in der Kneipe oder im Puff verbringen, Partys feiern oder sich in der Sauna besaufen – während die eigentliche Arbeit von vollkommen unterbezahlten und bis an die Grenze zum Sklavenhaltertum ausgenutzten einheimischen Vorarbeitern erledigt wird. Aber auch die Tansanier kommen in dem Buch keineswegs besser weg: Schwarze Männer sind vor allem scharf auf „weiße Papayas“ und schwarze Frauen lauern an jeder Ecke auf den weißen Mann, weil sie sich von ihm eine bessere Zukunft in Europa versprechen. Das Buch ist vollgestopft mit Klischees (was überhaupt nicht heißen soll, dass das eine oder andere beschriebene Ereignis in der Realität nicht vorkommt) und damit eigentlich auch wieder nur ein weiterer eurozentristischer Blick auf Schwarzafrika. Vermutlich müssen doch irgendwann die Tansanier ihre eigene Geschichte selbst schreiben. (Rudolf Blauth)Jakob Ejersbo, „Liberty“

btb, München 2011, 864 S., 19,99 EUR (Österreich: 20,60 EUR)

Bericht über das Unwetter in Daressalam:

„Massive Unwetter verwüsten das Land“

„Tansania. Massive Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen und Sturm verwüsteten seit Tagen das Land. In einigen Regionen brach das Stromnetz tagelang zusammen. Reparaturversuche brachten nur minutenlangen Erfolg. Straßenteile brachen unter den Wassermassen weg, Häuser wurden unterspült oder Wände brachen ein, schwere Gegenstände wie Container wurden weggespült, Menschen kamen ums Leben.“ So oder so ähnlich könnte ein Zeitungsartikel in deutschen Zeitungen lauten, der über die Zustände in den letzten Tagen berichtet. Gestern fuhr ich mit meiner Chefin für Weihnachten einkaufen, da meine Mutter uns eine sehr nette Spende schickte. Erst da sah ich die Verwüstung. Da unser Projekt etwas erhöht liegt, wurde nur unsere neue Straße erneut ziemlich zerstört, allerdings nicht unpassierbar. Nacht regnete es in mein Zimmer und ich wurde in meinem Bett nass, da wir keine Scheiben in den Fenstern haben (das würde viel zu warm werden).

„Ein 10 Meter breiter Fluss hat sich gebildet“

Was ich aber schon auf dem Weg zum Markt sah, war zugleich erschreckend und beeindruckend. Einen Tag, nachdem der Regen aufgehört hatte, flossen noch immer Wassermassen neben der Straße her. Ja, ich sprechen von Massen angesicht des etwa 10 Meter breiten Flusses, der sich gebildet hatte. Viele Häuser waren stark beschädigt oder zerstört. Marie Stella erzählte mir, dass wohl allein im nächsten Ort einige Menschen umgekommen seien. So ein schlimmes Unwetter habe sie in Tansania seit den 50er Jahren nicht mehr erlebt. Es ist furchtbar ungerecht. In Somalia und Kenia sind in diesem Jahr tausende Menschenaufgrund der Dürre verhungert. Hier in Tansania werden sie von den Wassermassen erdrückt, durch herabfallende Gegenstände verletzt oder getötet oder sie werden obdachlos.

News Artikel erstellt mit Hilfe von Informationen aus: Freundeskreis Bagamoyo, www.Bagamoyo.com

kilimanjaro.at wünscht allen Newsletter Lesern/innen viel Erfolg und Gesundheit für das Jahr 2012!

 

„Euer Kilimanrudi”

 

www.kilimanjaro.at

 

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